Brückenprüfung mit System
Eine Brücke führt einen Weg, ein Gewässer, eine Straße oder eine Eisenbahntrasse über einen anderen Verkehrsweg. "Brücke" wird eine solche Überführung genannt, wenn sie zwischen den Widerlagern mindestens zwei Meter misst. Ansonsten sprechen Fachleute von einem Durchlass.
Brücken sind die teuersten und empfindlichsten Bestandteile im Gesamtsystem "Straße". Aufgabe der "Brückenerhaltung" bei Straßen.NRW ist, die Sicherheit der Brückenbauwerke zu erhalten und eine lange Nutzungsdauer zu ermöglichen.
Brücken in der Zuständigkeit von Straßen.NRW (Stand: 31.12.2009)
- Brücken an Autobahnen
- Anzahl: 3.735
- Gesamtlänge: 202,0km
- Brücken an Bundesstraßen
- Anzahl: 2.498
- Gesamtlänge: 95,4km
- Brücken an Landesstraßen
- Anzahl: 3.610
- Gesamtlänge: 73,7km
Wie werden Brücken kontrolliert?
Das mittlere Alter der Brücken an Autobahnen und Bundesstraßen beträgt etwa 36 Jahre. Die Brücken an Landesstraßen sind im Durchschnitt 43 Jahre alt. Viele Brücken haben damit die Hälfte ihrer Nutzungsdauer erreicht, die auf 80 bis 100 Jahre angelegt ist.
Jede Brücke wird gemäß DIN 1076 regelmäßig und systematisch überprüft:
- Alle sechs Jahre wird eine umfassende Hauptprüfung durchgeführt. Dabei rücken die Straßen.NRW-Prüfteams dem Bauwerk mit System und Spezialgeräten "handnah" zu Leibe.
- Drei Jahre nach der Hauptprüfung folgt die sogenannte Einfache Prüfung durch eine der Straßen.NRW-Niederlassungen.
- In den Jahren ohne Prüfung führt die jeweils zuständige Autobahn- oder Straßenmeisterei eine Besichtigung durch.
- Zusätzlich erfolgt zweimal im Jahr eine systematische Beobachtung durch die Straßenwärter der zuständigen Meisterei.
- Bei besonderen Anlässen - zum Beispiel nach schweren Verkehrsunfällen oder nach einem Hochwasser - werden Sonderprüfungen durchgeführt.
Früh erkannt - Gefahr gebannt!
Jeder Schaden oder Mangel wird im "Brückenbuch" elektronisch dokumentiert. Dazu gibt es ein bundesweit einheitliches Verfahren. Das Brückenbuch mit den wichtigsten Daten über die Konstruktion, über Schäden und deren Instandsetzung wird beim Bau der Brücke angelegt und begleitet das Bauwerk bis zu seinem Nutzungsende.
Die festgestellten und dokumentierten Schäden werden baldmöglichst beseitigt. Frühzeitig erkannte Schäden, wie Risse oder Roststellen sind kostengünstiger und einfacher zu beseitigen, als mit der Zeit vergrößerte Schäden. Erfahrungsgemäß wird jede Brücke etwa alle 25 bis 30 Jahre, also etwa einmal in jeder Generation, von Grund auf saniert.
Besonders kurzlebig sind die "Verschleißteile" einer Brücke: die Fahrbahnbeläge, die Brückenlager und die Fahrbahnübergänge, das sind die Verbindungsglieder zwischen der Brücke und der anschließenden Straße. Diese besonders beanspruchten Bestandteile haben an einer hochbelasteten Autobahnbrücke nur eine Nutzungsdauer von 10 bis 20 Jahren.
Professionelles Erhaltungsmanagement
Der Bund und die Länder erarbeiten derzeit ein so genanntes Bauwerk-Management-System. Hieran ist Straßen.NRW wesentlich beteiligt. Das System stellt das Wissen über den aktuellen Zustand jeder Brücke bereit, liefert Daten für eine gegebenenfalls erforderliche Instandsetzung und über notwendige Finanzmittel. Es dient damit einer qualitäts- und kostenorientierten Steuerung der Unterhaltung, Instandsetzung und Erneuerung von Bauwerken an den Straßen.

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