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A33-Lückenschluss zwischen A2 und B61

[Grafik: Lückenschluss A33]Die A33 - zwischen Osnabrück, Bielefeld und Paderborn verbindet den ostwestfälischen Raum mit den Nordseehäfen, den Niederlanden und über die A44 mit dem sächsischen Wirtschaftsraum. Zusätzlich entlastet sie die an ihr liegenden Orte.

Von der rund 100 Kilometer langen Gesamtstrecke sind bislang dreiviertel der Strecke unter Verkehr. Zwischen Borgholzhausen und Bielefeld besteht noch eine Lücke von etwa 27 Kilometern.

Lange Vorgeschichte - kurze Planungszeit

Die Planung für eine Autobahnverbindung zwischen der A1 bei Osnabrück und der A44 begann in den 1960er Jahren. Die erste Linienbestimmung für das Teilstück im Bielefelder Süden datiert von 1973 und wurde 1983 korrigiert.

1985 bis 1987 folgte eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) für diesen Abschnitt auf der Grundlage der noch nicht verbindlichen Europa-Richtlinie. 1993 machte das verabschiedete UVP-Gesetz dann eine erneute Prüfung erforderlich, mit der Folge, dass der Bund die Linienbestimmung von 1983 bestätigte.

[Grafik: A33-Verlauf zwischen A2 und B61]1998 wurden ohne Beteiligung der Straßenbauverwaltung in den Riesefeldern Windel zusätzliche Teiche auf der abgestimmten Trasse der A33 angelegt. Neue Untersuchungen wurden dadurch notwendig. Es galt einen Kompromiss zwischen den Interessen der Stiftung Rieselfelder Windel und den Anliegern im Stadtteil Windflöte zu erarbeiten. Im Jahre 2000 war ein solcher Kompromiss gefunden, dem Bund, Land und die Gremien der Stadt Bielefeld zustimmten.

Jetzt begann die konkrete Planung: Von 2000 bis 2003 erfolgten die Entwurfsbearbeitung und deren Genehmigung durch Bund und Land. Im Herbst 2003 wurde das Planfeststellungsverfahren eingeleitet, mit dem Ziel, die Rechte der betroffenen Bürger zu wahren und das Projekt rechtlich abzusichern. Alle Planunterlagen wurden öffentlich ausgelegt. 1900 schriftliche Einwendungen gingen in der Folge ein, die alle einzeln zu prüfen waren. Im Dezember 2004 wurden alle Einwendungen öffentlich mit den Beteiligten in der Stadthalle Bielefeld erörtert.

Der Planfeststellungsbeschluss datiert vom 6. März 2006. Mit ihm galt dann der vorläufige Rechtsschutz der Bürger bis zur Bestätigung der Vollziehbarkeit des Beschlusses durch das Oberverwaltungsgericht Münster im März 2007.

Die Baustrecke

[Video: Flug über die Neubautrasse der Autobahn 33 vom A2-Autobahnkreuz Sennestadt bis zur Baustelle der Anschlussstelle des Ostwestfalendammes und zurück zum Flugplatz Bielefeld. Mit freundlicher Genehmigung von Holger Höner, Radio Bielefeld.]

Der Bauabschnitt von der A2 bis zur B61 hat eine Länge von 6,5 Kilometern. Insgesamt werden 23 Brücken gebaut, um das vorhandene Wege- und Gewässernetz nicht zu unterbrechen. Lediglich einige kreuzende Wirtschaftswege werden durch die Autobahn unterbrochen, erhalten aber durch nahe gelegene Brücken wieder Anschluss.

Bei Brücken und Lärmschutzwänden wird ein einheitliches Gestaltungskonzept verfolgt: Keine durchgehende Wand im Mittelstreifen der A33 stützt die Brücke, sondern zwei schräg gestellte Pfeiler. Das sieht eleganter aus und spart Material. Auch die äußeren Brückenwiderlager werden deshalb schräg gestellt. Die Brückenwiderlager und die Flächen unter der Brücke werden mit dem für viele Baudenkmäler der Region prägenden Kalkstein verblendet.

Bauablauf im Bielefelder Süden

[Grafik: Brückenbauwerk]Für die Trasse dieses A33-Abschnittes werden etwa 86 Hektar Fläche benötigt. Der Bau der Autobahn begann im Jahre 2007 mit einigen Brücken. Im Sommer 2009 ging es dann mit dem Streckenbau los. Die vom Bund genehmigten Kosten betragen mit der Verlängerung des Zubringers Brackwede 122 Millionen Euro.

Umwelt

[Grafik: Lärmschutzwand]Der aktive Lärmschutz besteht aus Wänden und Wällen. Die Lärmschutzwände bestehen aus Betonfertigteilen, die zur Autobahn hin absorbierend wirken. Der Schall bricht sich an der geriffelten Oberfläche und wird nicht reflektiert; der Lärm bleibt auf der Autobahn. Die Wälle und die Kombination Wall/Wand werden eine Höhe von bis zu 11 Metern haben, die Wände bis zu 6,50 Meter.

Für landschaftspflegerische Ausgleichs-, Ersatz- und Kompensationsmaßnahmen sind insgesamt etwa 185 Hektar vorgesehen. Insbesondere zum Schutz seltener Tierarten werden zahlreiche Amphibiendurchlässe und -leiteinrichtungen im Verlauf der Buschkampstraße sowie eine Grünbrücke in Höhe des Lohmannswegs über die A33 errichtet. Eine Grünbrücke ist eine breite Furt, auf der Tiere die Autobahn überqueren können. Durch den Einsatz von "Fledermausquerungshilfen" in Form von Schutzwänden im Bereich der Friedrichsdorfer Straße und der Bahnstrecke wird eine weitere Schutzmaßnahme umgesetzt.

Abschnitt Bielefeld-Steinhagen

Seit August 2009 liegt das Baurecht für diesen 7,9 Kilometer langen Abschnitt vor. Am 25. September 2009 begann der Bau mit einem symbolischen Spatenstich. Die Baukosten werden etwa 90 Millionen Euro betragen. Nach der Fertigstellung soll der Verkehr auf der vielbefahrenen B68 bei Steinhagen um mehr als die Hälfte zurückgehen.

Während der Bauarbeiten soll vor allem die Trasse der A33 selbst für den Baustellenverkehr genutzt werden. Ziel ist, die Anwohner so wenig wie möglich zu belästigen und den Verkehr auf dem nachgeordneten Straßennetz nicht zu beeinträchtigen. Langfristig soll aktiver Lärmschutz die Anwohner schonen: Wände und Wälle sowie eine Kombination von Lärmschutzwänden und -wällen sollen den Lärm auf der Autobahn halten.

Abschnitt Halle-Borgholzhausen

Für den 12,5 Kilometer langen Abschnitt Halle-Borgholzhausen läuft das Planfeststellungsverfahren. Der Planfeststellungbeschluss datiert vom 9. Juni 2011. Nach Vorliegen des Baurechts wird dort Baubeginn sein.


Mehr zum Thema

  • Karte der Bauabschnitte und Sachstand PDF 1,5MB (Stand: November 2011)
  • 25.09.2009: Presseinformation der Landesregierung zum Baubeginn zwischen Bielefeld und Steinhagen: PDF 18KB
  • 16.06.2007: Presseinformation zum ersten Spatenstich im Bielefelder Süden