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Neubau der A44 in Bochum

Querspange zwischen dem Nordhausen Ring (L705) und dem Autobahnkreuz Bochum/Witten (A43/A44)

[Grafik: Lageplan]

Mit dem Neubau der Querspange zwischen dem Sheffield Ring und dem Autobahnkreuz Bochum / Witten wird eine neue West-Ost Verbindung am Südrand der Kernzone des Ruhrgebietes geschaffen. Einerseits erleichtert sie den lokalen und zwischenörtlichen Verkehr des südlichen Ballungsraumes im Ruhrgebiet. Andererseits wird eine Verbindungsalternative zur A40 für den weiträumigen West-Ost Verkehr geschaffen.

Der Opelring ist zukünftig über die Anschlussstelle Nordhausen Ring und die Halbanschlussstelle Markstraße direkt mit der A448 verknüpft. Die Halbanschlussstelle Markstraße führt den aus der Stadt Bochum kommenden überregionalen Verkehr zielgerichtet und auf kurzem Wege verkehrssicher in Richtung Osten auf die A44 und im Weiteren auf die A43, A40 und A45 ab. Im Zusammenhang mit der Anschlussstelle am Nordhausen Ring ergibt sich eine Vollanschlussstelle. Langwierige Verkehrswege, die die innerstädtischen Straßen belasten, entfallen.

Die Baukosten für die rund 3,3 Kilometer lange Baustrecke werden 55 Millionen Euro betragen.

Umsetzung und Bau

Die im September 2010 begonnen Ausgleichsmaßnahme (CEF-Maßnahme) „Ersatzquartier Wasserralle“ im RRB Untere Heintzmannstraße, Aufbau eines „Ersatzquartieres für die Schleiereule“ sowie zahlreicher Ausgleichsflächen sind mittlerweile zum großem Teil abgeschlossen. Ebenfalls ab September 2010 wurden die Gebäude, die sich noch in der zukünftigen Trasse der A44 befanden, abgerissen.

Zum Jahreswechsel 2011/2012 wurde das erste Teilstück der Neubautrasse zwischen dem Autobahnkreuz Bochum / Witten und der Schattbachstraße großflächig gerodet. Mittlerweile haben die Bauarbeiten für das neue Brückenbauwerk über die Schattbachstraße begonnen. Um das Brückenbauwerk ohne verkehrliche Behinderung bauen zu können, wird vorab eine Umfahrung gebaut, um so immer den Verkehrsfluss im Bereich der Schattbachstraße/Höfestraße möglichst störungsfrei gestalten zu können.

Altbergbau

Foto: Habitat für Schleiereule, Fledermaus, Schwalbe

Wegen der Bergbaugeschichte der Region sind vor dem eigentlichen Bau der Autobahn umfangreiche bergbauliche Sanierungsmaßnahmen erforderlich. Zudem gilt es, im Vorfeld zahlreiche Ver- und Entsorgungsleitungen zu verlegen. Als erster Teilabschnitt wird das Neubaustück zwischen dem Autobahnkreuz Bochum / Witten und der Markstraße im Laufe des Jahres 2015 unter Verkehr gehen.

Lärmschutz

Um die Belastungen der Menschen durch Verkehrsgeräusche weitestgehend zu mindern, werden umfangreiche aktive Lärmschutzmaßnahmen mit einem Investitionsvolumen von acht Millionen Euro gebaut. Dazu gehören Lärmschutzwälle, -wände sowie Wall-/Wandkombinationen. Außerdem wird ein offenporiger Fahrbahnbelag (OPA) eingebaut, der das Rollgeräusch der Fahrzeuge deutlich mindert.

Umwelt und Natur

Foto: Ersatzquartier Wasserralle

Zum Schutz der Umwelt und Natur werden bereits während der Bauzeit umfangreiche Maßnahmen ergriffen: Die Baufeldräumung erfolgt außerhalb der Fortpflanzungs- und Aufzuchtszeiten. Die baubedingten Wirkungen werden in einem Teilabschnitt durch die Anlage einer mobilen Lärmschutzwand gemindert.

Später werden die betriebsbedingten Störwirkungen der A44 ebenfalls durch die umfangreichen aktiven Lärmschutzmaßnahmen gemindert. Um Beeinträchtigungen der freiraumgebundenen wie Arten Kiebitz, Wiesenschafstelze und Feldlerche im Osten des Plangebietes zu vermeiden, werden spezielle Ausgleichs- bzw. Kompensationsmaßnahmen ausgeführt, die die Lebensraumansprüche der Offenlandarten berücksichtigt.

Durch Sperreinrichtungen und Überflughilfen sowie durch umfangreiche Gehölzpflanzungen ist sichergestellt, dass ein signifikant erhöhtes Tötungsrisiko durch betriebsbedingte Kollisionen für die nachgewiesenen kollisionsgefährdeten Vogelarten Schleiereule, Steinkauz, Waldkauz und Waldohreule ausgeschlossen ist. Nachgewiesene Horste, Nistplätze und Brut- beziehungsweise Schlafhöhlen werden in einer Zeit beseitigt, in der sie nicht genutzt werden.

Für die Arten Wasserralle, Teichhuhn und Teichrohrsänger wird das an den Lebensraum angrenzende, städtische Regenrückhaltebecken Untere Heintzmannstraße optimiert. Vor Baubeginn entsteht hier ein rund 1.000 Quadratmeter großes Flachgewässer mit Schilf-/Röhrichtbewuchs als CEF-Maßnahme (vorgezogene Ausgleichsmaßnahme). Über ein Monitoring wird kontrolliert, ob damit die Funktionalität der Lebensstätte gewährleistet ist. Gelingt der Nachweis der Wasserralle über zwei aufeinander folgende Jahre nach Inbetriebnahme der A44 nicht, ist eine weiter Maßnahme am Hochwasserrückhaltebecken Hüller Bach umzusetzen.