Gehölzpflege an Straßen
Gehölze und andere Anpflanzungen entlang von Straßen erfüllen wichtige Funktionen:
- verkehrstechnisch: als Sicht-, Blend- und Windschutz
- bautechnisch: unter anderem als Böschungssicherung
- gestalterisch: beispielsweise zur landschaftsgerechten Einbindung der Straße
Aber der "Baustoff" Pflanze lebt und verändert sich ständig. Deshalb müssen Gehölzflächen an Straßen immer wieder gepflegt werden.
Baumdoktoren versorgen 600.000 Bäume
Ein besonderes Augenmerk legt Straßen.NRW auf die 600.000 Bäume an den Autobahnen, Bundes- und Landesstraßen. Als erste Straßenbauverwaltung Deutschlands hat der Landesbetrieb Stellen geschaffen für 30 so genannte Baumkontrolleure, die nach einer Spezialausbildung jetzt täglich unterwegs sind, um die Bäume nach Auffälligkeiten zu untersuchen. Im Krankheitsfall legen die "Baumdoktoren" einen Behandlungsplan fest. Zudem werden alle Bäume in Vitalitätsstufen eingeteilt und in einer Datei erfasst, um die Pflege langfristig zu systematisieren.
Zehn Regeln der Gehölzpflege
- Gehölze dürfen nicht die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer gefährden, indem sie die Sicht auf Schilder, Ampeln oder Kreuzungen verdecken.
- Kranke und alte Bäume verlieren ihre Standsicherheit und werden dann zur Gefahr für Verkehrsteilnehmer.
- Ein regelmäßiger Rückschnitt der Gehölze erhält die Funktion des Grüns neben der Straße.
- Schmale Gehölzstreifen mit höchstens vier Reihen werden regelmäßig "geläutert". Einzelne Gehölze werden dabei entfernt, damit die verbleibenden neue Seitentriebe ausbilden.
- Bei breiten Gehölzstreifen wird genau hingeschaut: Ist der Bestand noch jung, genügt ein gezieltes "Läutern" im Turnus von acht bis zehn Jahren. Bei älterem Bestand werden die Gehölze abschnittsweise "auf den Stock gesetzt": Auf 10 bis 20 Zentimeter werden sie dabei zurück geschnitten, um neue Triebe bilden zu können. Jedes Jahr steht ein anderer Abschnitt auf dem Programm.
- Einzelne und standsichere Bäume verbleiben auf breiten Gehölzstreifen, während die Gehölze in der Umgebung "auf den Stock gesetzt" werden, um eine abwechslungsreiche Kulisse zu garantieren.
- Durch das abschnittsweise Vorgehen bei der Gehölzpflege haben Kleintiere und Insekten die Möglichkeit, sich auf die neue Situation einzustellen.
- Die Gehölzpflege richtet sich nach den Vorgaben des "Gesetzes über Naturschutz und Landschaftspflege".
- Die regelmäßige Gehölzpflege findet vom 1. Oktober bis 28. Februar statt. Während der übrigen Zeit, der Vegetationsphase, muss bei Maßnahmen der Gehölzpflege die Verkehrssicherheit gefährdet sein. Form- und Pflegeschnitte sind auch erlaubt.
- Straßen.NRW betreibt seine Gehölzpflege im ständigen Dialog mit den Fach- und Naturschutzbehörden sowie den betroffenen Städten, Gemeinden und Anwohnern.
Diese Maßnahmen planen die Niederlassungen von
Straßen.NRW in der Saison 2010/2011:
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