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Sonnencreme für junge Straßenbäume

[Foto: gerissener Baumstamm]Seit einigen Jahren registriert der Landesbetrieb zunehmende Rissbildungen an den Stämmen von Straßenbäumen. Besonders betroffen sind die Baumarten Ahorn und Linde, die zum Teil erhebliche Schäden im Bereich der Stämme aufweisen. So kann intensive Sonneneinstrahlung zur Schädigung (Nekrose) oder sogar zum Absterben des Rindengewebes führen. Wird der Stamm dann dicker, wächst das geschädigte Gewebe nicht mehr in gleichem Maße mit und reißt auf. Auch extreme Wetterkonstellationen wie Frostnächte, auf die sonnige Tage folgen, können Stammrisse verursachen. Durch die großen Temperaturunterschiede im Stamm entstehen Spannungen, die, wenn sie zu groß werden, zum Aufreißen der Rinde führen.

Folgen des Stammrisses

Der gerissene Stamm stellt eine schlimme Verletzung des Baumes dar. Durch die offenen Stellen können Schadpilze eindringen, die die Vitalität des Baumes schwächen und seine Lebenserwartung erheblich verkürzen. Vor allem aus statischer Sicht können die so geschädigten Bäume problematisch werden, selbst wenn sie äußerlich noch grün und vital erscheinen. Wie weit eine Holzzersetzung durch Pilzbefall im Stamm schon fortgeschritten ist, kann mit bloßem Auge meist nicht festgestellt werden. Aufwändige Untersuchungen werden erforderlich, die Bäume müssen intensiv beobachtet und unter Umständen gefällt werden, um die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer zu gewährleisten.

"Sonnencreme" wird aufgestrichen

[Foto: Baumstamm mit mit Stammschutzfarbe]Um temperaturbedingte Stammschäden künftig zu vermeiden, lässt der Landesbetrieb seit einiger Zeit die Stämme von neu gepflanzten Ahorn- und Lindenbäumen in bestimmten Lagen mit weißer Farbe bestreichen. Das Verfahren ähnelt dem Kalken von Stämmen, wie es im Obstbau schon seit vielen Jahren erfolgreich praktiziert wird. Im Landesbetrieb wird jedoch nicht Kalk, sondern eine neu entwickelte Stammschutzfarbe verwendet, die langlebiger und witterungsresistenter ist, aber ebenso umweltfreundlich wie Kalk. Die weiße Farbe verhindert das starke Aufheizen der Bäumstämme bei intensiver Sonneneinstrahlung und wirkt damit auch ausgleichend auf große Temperaturunterschiede im Stamm.

Im Laufe von fünf bis acht Jahren verblasst die Farbe und lässt erst nach und nach mehr Sonne an den Stamm. So hat der Baum Zeit, sich an die Witterungsbedingungen anzupassen und eine entsprechend robuste Rinde auszubilden.

Ausblick

Das Anstreichen von Bäumstämmen mit weißer Stammschutzfarbe befindet sich bei Straßen.NRW noch im Erprobungsstadium. Die Bäume werden durch die Mitarbeiter des Landesbetriebes fortlaufend beobachtet. Bisher sind keine der behandelten Bäumstämme aufgerissen. Ergänzend zu den eigenen Beobachtungen informiert sich die zuständige Fachabteilung permanent über aktuelle Forschungsergebnisse zum Thema Klimawandel und stellt damit eine schnelle Reaktion auf Umweltveränderungen und deren Folgen sicher.